Zukunftsängste – TAW-Input vom 02.12.2016
Zukunftsängste – TAW-Input vom 02.12.2016
04.12.16 

An diesem Freitag hat Birte in ihrer Andacht etwas von Zukunftsängsten erzählt.

Zu Anfang hatte Birte diese auch. Als sie neu nach Braunschweig kam hat sie sich viele Fragen zu ihrer Zukunft gestellt: Werde ich Freunde finden? Komme ich hier gut zu Recht? Wird das Studium schön? Klappt es mit dem alleine wohnen? Wie wird es sein, weit weg von Familie, von allen Bekannten?

Viele machen sich Gedanken um ihre mögliche Zukunft und dabei schwingt vor allem Sorge mit, sei es die Partnerwahl, Gesundheit, wohnen, Schulabschluss. Da bekommt man es schnell mit der Angst zu tun, denn die Zukunft hat man nicht im Griff, man kann sie nicht kontrollieren.

Birte hat hierzu 3 Punkte genannt, wie man damit umgehen kann:

1.Zweifel stellen

Gott kann uns zu 100% versorgen, ER hat alles im Griff, also warum haben wir Angst? Vielleicht weil das Unterbewusstsein zweifelt? Viele Prozesse laufen unterbewusst ab und so stellt man sich manchmal Fragen, die man sich gar nicht traut zu stellen. Man will die Kontrolle behalten. Was aber wenn Gott nicht das gleiche für mein Leben will was ich will? Was wenn es Gott doch nicht gibt? Wer versorgt mich?
Auch die Jünger hatten Zweifel, hatten Angst, obwohl sie viel Zeit mit Jesus verbracht haben. Jeder kennt die Geschichte, als sie auf dem Boot auf See waren. Ein Sturm kam auf, die Jünger hatten Angst um ihr Leben, doch Jesus schien es nicht zu stören, er schlief seelenruhig. Die Jünger fragen verzweifelt: Macht es dir nichts aus wenn wir umkommen? Dann etwas später, stirbt Jesus am Kreuz und es kommen noch mehr Zweifel auf. Was wenn das alles nicht stimmt? War er der Messias? Wieso ist er tot? Und ihre erste Reaktion ist, sich zu verkriechen. Sie suchen Schutz, einen Raum in dem nichts passiert, den sie kontrollieren können.
Und wie ist es bei uns? Es ist nicht schlimm, sich solche Gedanken zu machen, wir sind dadurch keine schlechteren Christen. Nur weil man Christ geworden ist, fallen nicht gleich alle Zweifel von uns ab. Gott kann damit umgehen. Er will sogar, dass wir hinterfragen, dass wir nicht alles gehörte einfach annehmen, sondern hinterfragen und es so für uns annehmen können, ohne dass diese Zweifel einen weiter plagen.

2.Risiken eingehen

Wir wollen uns absichern, führen Impfungen zum Vorbeugen von Krankheiten durch, schließen Versicherungen ab, falls was passiert, sparen, falls Engpässe kommen und und und. Dabei gibt es keine 100% Sicherheit, doch verspüren wir diesen Wunsch danach. Wenn nun aber die Sicherheit unser Gott wird, dann gehen wir kein Risiko mehr ein. Wir bleiben stecken, auf der Stelle stehen. Wir können keine Beziehungen mehr aufbauen, keine Freundschaften, denn dazu müssen wir jemanden vertrauen, uns verletzlich machen, ein Risiko eingehen. Das Blöde dabei ist, das die Angst trotzdem bleibt, egal wie sehr wir uns absichern. Wenn wir keine Risiken mehr eingehen, können wir nicht das Leben leben, welches Gott für uns sieht. Wie sollen wir seine Versorgung erfahren, wenn wir ihm nicht trauen? Wie sollen wir ein Leben mit ihm gehen, wenn wir keinen Millimeter von unserem eigenen Plan abweichen wollen?

3.Gottes Wege kennenlernen

Wir suchen überall Sicherheit, bei Geld, Anerkennung, Freundschaften. Doch nicht bei Gott. Warum überall aber nicht bei ihm? Wir können Gott nicht kontrollieren, wir können ihn nicht verstehen, für uns passt er in kein Schema.
Im 1.Korinter 1, 24 heißt es auch, das Gottes Botschaft die uns alle retten soll für uns keinerlei Logik entspricht. Gott wird in Jesus Mensch, stirbt, steht wieder auf und holt alle in den Himmel? Heute würden wir sagen ja klar, doch damals war das ziemlich unsinnig. Warum hat Gott das so kompliziert gemacht? Warum ist es nicht leichter, sodass wir es verstehen? Na, damit wir nicht in einen Leistungsdruck verfallen. Das würde sonst bedeuten, sobald ich das verstanden hab, bin ich gerettet, ich muss mir meine Errettung erarbeiten. Dabei ist das das letzte was Gott will. Die Bibel ist nicht zum Verstehen da, nicht für Beweise.
Sie beschreibt Gottes Wesen. Sie beschreibt die Liebe, Treue, Güte und noch viel mehr, was Gott ausmacht. Durch die Bibel lernen wir Gott kennen, nicht verstehen. Gott versichert uns, dass er sich nicht ändert, er war am Anfang der, der er auch heute noch ist, er ändert nichts an sich. Das sagt er oft in der Bibel und wieso? Er weiß von unserem Sicherheitsbedürfnis, er weiß, dass wir diese Versicherung jedes Mal aufs Neue brauchen und er gibt sie uns. Wir können ihm vertrauen, weil wir ihn mehr und mehr kennenlernen.
Diesen Weg kann man an Petrus gut sehen, als Jesus nachts übers Wasser auf sie im Boot zukommt. Er zweifelt, weiß nicht ob das wirklich Jesus ist und sagt, wenn du´s bist, dann komme ich auf dem Wasser zu dir und Jesus ruft, komm. Petrus geht ein Risiko ein in dem er nun aufs Wasser geht und es funktioniert. Auch wenn er dann einsackt, lässt Jesus in nicht allein und zieht ihn wieder raus. Er trägt ihn(dich), egal was kommt. Es lohnt sich, Gott zu vertrauen. Petrus hat es hier gelernt, er hat hinterfragt, konnte lernen und Gott mehr vertrauen.

Gott ändert sich in seinem Wesen nicht. Er liegt nie falsch. Das gibt uns eine neue Freiheit, denn es gibt jemanden auf den wir uns verlassen können, der alles im Blick hat. Auch wenn wir manche Sachen nicht verstehen, Gott hält uns. Und erleben wir ihn nicht genau in solchen Momenten am meisten? Wir sind Gottes Kinder und wie Kinder dürfen wir Gott vertrauen.