Warum Authentizität?- Taw-Input vom 21.10.2016
Warum Authentizität?- Taw-Input vom 21.10.2016
26.10.16 

An diesem TAW-Abend ging es in der Andacht von Ruben um das Thema: Warum Authentizität?

Das ganze Thema fing mit einem Bild an, welches wir vor 2 Jahren am Lobpreisabend der TAW-
Freizeit erhalten haben:
Wir als TAW sind auf einer wunderbaren, grünen Wiese, die Sonne scheint und eigentlich haben wir
keinen Grund von diesem schönen Ort wegzugehen. Etwas weiter kommt ein sehr steiler Abhang
an dessen Ende wir gerade so ein Licht sehen können.
Wenn wir aus Gottes Perspektive drauf sehen, ist dieses Licht am Ende des Abhanges viel schöner
als alles erdenklich andere. Um an dieses Ziel als TAW zu kommen war der Eindruck, dass wir
authentischer werden sollen.
Nun war die Frage, ob wir auch bereit sind diesen Schritt zu gehen. Bist du bereit, aus deiner
Wohlfühlzone auszubrechen und diesen steilen Abhang zu beschreiten? Was wird da warten?

Hier erzählte Ruben von Regina, die vor einiger Zeit zu Gast war. Sie war jahrelang
Drogenabhängig und wäre auch beinahe daran gestorben. Dann kam sie zu Gott und heute erzählt
sie glücklich und voller Dankbarkeit aus ihrem Leben.
Das ist nun ein krasses Beispiel, aber wie schaffte sie das? Es ist nicht einfach aus einer Sucht
herauszukommen, zumal die meisten für sich nicht eingestehen wollen, dass man süchtig ist. Das
würde bedeuten, dass man selbst gescheitert ist. Kannst du dir das eingestehen? In welchen Punkten
auch immer. Kannst du dir selbst gegenüber authentisch sein?
Außerdem „betrügen“ wir uns selbst. Als Beispiel meinte Ruben, dass er sich immer wieder sagt,
dass er nächstes Semester mehr lernen wird. Er wird sich diesmal hinsetzen und richtig gute Noten
schreiben. Hat das die letzten Semester geklappt? Nein, aber es gibt einem ein besseres Gefühl zu
sagen, man tut es, anstatt zu sagen, dass es wieder nichts wird und daran aktiv etwas zu ändern. Erst
wenn wir uns das eingestehen, dass etwas nicht so ist wie wir das gerne hätten, dann kann man auch
etwas dagegen tun. Man kann seine Gewohnheiten ändern, zusammen mit Gott. Er kann und hilft uns
auch, er hört unsere Gebete (Psalm 54, 4).

Warum betrügen wir uns selbst? Im 1.Johannes 1, 8 steht, dass niemand ohne Sünde ist. Warum sagt
Gott das? Es gibt doch so viele gute Menschen, die haben doch keine schlechten Gedanken? Aber
das erscheint uns aus unserer Perspektive, Gott kann in die Herzen der Menschen blicken und weiß
es viel besser als wir es könnten. Also wem machen wir etwas vor? Haben wir es nötig uns selbst
anzulügen, nur damit man vielleicht gemocht wird? Oder je nachdem aus welchen anderen
Motiven wir uns selbst betrügen.

Die meisten kennen die Stelle aus Lukas 7, 36-39. Hier war Jesus gerade zu Gast bei einem
Pharisäer, Simon, und eine Prostituierte kam herein, wusch Jesus die Füße mit ihren Tränen,
trocknete sie mit ihrem Haar und salbte sie mit kostbaren Öl. Simon denkt, wie kann Jesus das mit
sich machen lassen?
An welcher Stelle wären wir gerne in der Geschichte? Ruben nimmt an, dass wir gerne in der Position des Simon wären, oder?
Wer will schon freiwillig an der Stelle der Prostituierten sein, auf die alle herab sehen und die alle genau
kennen? Hier ordnet Ruben Regina in der Geschichte ein. Ihr, genau wie der Prostituierten, wurde
so viel vergeben, sie empfindet so große Dankbarkeit und erzählt von Gott viel mehr in ihrem
Alltag als wir das wahrscheinlich tun.
Ist Simon in der Geschichte gerechter? Aus seiner Sicht bestimmt, aber vor Gott ist niemand
gerechter als der andere, niemand höher gestellt. Auch er hat Dinge, die ihm vergeben werden
müssen, auch er sollte Buße tun und Gott vertrauen. Das muss er sich aber auch eingestehen um es
zu tun.
Hier führt Jesus ihn. Er drückt nicht sofort auf die tiefsten aller Wunden, sondern fängt mit
Kleinigkeiten an, die man besser verkraften kann. Er geht mit uns, Schritt für Schritt, er überfordert nicht. Wie weit willst du also mit Jesus gehen? Eine Veränderung im Herzen kann nur Gott uns schenken, wenn man sich eingesteht, dass man diese Veränderung auch wirklich braucht – wie Regina es getan hat.

Jeder erlebt diese Dinge anders, jeder kommt anders zu Gott. Ruben hat uns seinen Weg erzählt und
jeder einzelne von uns hat einen anderen. Jesus gibt uns die Chance, eine Veränderung zu bewirken,
wenn wir uns eingestehen, dass wir Gnade brauchen.
Wem viel vergeben ist, der kann viel Liebe weiter geben (Lukas 7, 47).